Facebookspiele boomen nach wie vor. Die soziale Spielerfahrung zieht einfach User aller Geschlechter und jedes Alters an. Mit dem Facebookspiel Heroes of Neverwinter hat Liquid Entertainment ein Spiel entwickelt, welches die Dungeons & Dragons-Spielerfahrung in das Social Network bringen will.
Wir haben mit dem Präsidenten von Liquid Entertainment, Ed Del Castillo, über das Facebookspiel, die Ziele und eine authentische D&D-Spielerfahrung gesprochen.
Gratis-MMORPG.com: Was waren eure Ziele, als ihr begonnen habt, Heroes of Neverwinter zu entwickeln?
Ed Del Castillo: Die authentischste Online-D&D-Spielerfahrung zu erschaffen. Wir möchten, dass die Welt eine digitale Version des Pen & Paper-Spiels mit (irgendwann) allem Drum und Dran erleben kann.
Gratis-MMORPG.com: Viele Coregamer sehen Facebookspiele als eher "flach" an, aber Heroes of Neverwinter bietet eine deutlich tiefere RPG-Erfahrung, als man eigentlich angenommen hat. Hattet ihr keine Angst, an den Casual Gamern vobeizuentwickeln?
Ed Del Castillo: Nein. Wir haben Angst, dass der Casual Gamer coole Spiele wie D&D verpassen könnten, wenn wir keine Facebookversion machen. Es ist nichts so schwierig in D&D, dass man es nicht in ein Facebookformat bringen könnte und ich glaube, dass der Casualspieler zu tiefgründigeren Spielen übergehen wird, da sie gelangweilig sind mit der einfacheren Kost. Wir entwicklen etwas sowohl für die D&D-Fans, die nicht die Zeit oder Mittel haben, ein reguläres Pen & Paper-Spiel am Laufen zu halten als auch für Casualspieler, die nach etwas tiefgründigerem und einprägsameren suchen.

Dieses Spiel hat einfach gute Karten.
Gratis-MMORPG.com: Warum habt ihr euch für ein rundenbasiertes Kampfsystem entschieden, das heutzutage als ein "Relikt der Vergangenheit" angesehen wird?
Ed Del Castillo: Autsch. Nein, ganz und gar nicht. Rundenbasiert ist aufgrund vieler Gründe fantastisch. 1. Es entspricht dem Pen & Paper-Spiel und wir wollen eine authentische Spielerfahrung haben und es zu "konsolisieren", indem wir es actionbetont machen ist ein Fehler, den viele Leute seit geraumer Zeit mit D&D begehen. 2. Rundenbasiert besitzt einige großartige Eigenschaften, die keine 15-jährige Finger-Geschicklichkeit voraussetzen, um spielen zu können. Das Spiel ist das eines Grüblers und keine "Red-Bull und Mountain-Dew"-Erfahrung. 3. Man kommt leichter in das rundenbasierte Spiel hinein und auch wieder heraus. Es gibt nette, natürliche Pausen in einem rundenbasierten Spiel, welche es erlauben, sich einfach und angenehm vom Spiel zu entfernen. Diese Aufteilung bedeutet, dass man das Spiel für einen Tag oder einen Monat verlassen kann und wenn man zurückkehrt, benötigt man eine Minute, um herauszufinden, was man tun muss und wie man weitermachen kann. Musstet ihr jemals mitten in einem Actionspiel zu einer Reise aufbrechen? Wenn man zurückkommt, muss man das Level nochmal spielen. Man muss die Regeln neu lernen und auch, wie man spielt. Ich glaube fest an das rundenbasierte Spiel, besonders, wann auch noch das Denken eine Rolle spielt.
Gratis-MMORPG.com: Eines der Highlights ist der Editor. Kannst du uns sagen, was damit alles möglich ist?
Ed Del Castillo: Der Editor erlaubt es euch, Dungeons zu erstellen. Momentan ist das genug. Von Usern erstellte Dungeons sind ein großer Teil des Spieltraffics und wir planen, dieses Feature noch stark zu erweitern. Zu einem kompletten DM-Tool, in dem man seine eigene Kampagne spielen kann. Unser Traum ist es, die komplette D&D-Spielerfahrung, was auch das Spielen einer Kampagne mit Freunden beinhaltet, nach Facebook zu bringen.
Gratis-MMORPG.com: Warum ist Facebook eine so populäre Spieleplattform?
Ed Del Castillo: Spielen war schon immer eine soziale Erfahrung. Es war zuerst sozial. Wir haben das letzte Jahrzehnt damit verbracht, die grafischen Möglichkeiten von Spielen zu erforschen und nun erforschen wir einen weiteren Aspekt, das soziale Zusammenspiel. Facebook passt da einfach ganz natürlich, weil es das Ziel von Facebook war, Freunde zusammenzubringen. Und genau das machen Spiele seit Jahrzehnten.
Gratis-MMORPG.com: Warum habt ihr euch für Neverwinter als Setting entschieden?
Ed Del Castillo: Das haben wir nicht. Das hat Wizards of the Coast getan. Sie planen ein großes Drama für diese Gegend und möchten, dass die Medien dies unterstützen. Ich kann da nur zustimmen. Es ist fantastisch, so eng mit ihnen zusammenzuarbeiten und Einblicke in ihre Pläne zu haben.

Quadratisch, praktisch, gut.
Gratis-MMORPG.com: Habt ihr schon Erweiterungen für das Spiel in Planung?
Ed Del Castillo: Tonnenweise! Wenn es eine Fanbase gibt, dann werden wir eine komplette digitale Reproduktion der D&D-Spielerfahrung auf Facebook erschaffen. Alle Klassen, Völker, alle Zaubersprüche, alle Abenteuer, einfach alles! Dann werden wir es in die Hände der Spieler legen und es ihnen erlauben, eigene Kampagnen zu erstellen, die sie mit alten und neuen Freunden spielen können. Es wird fantastisch!
Gratis-MMORPG.com: Gab es irgendwelche Elemente des D&D-Regelsets, die ihr gerne im Spiel haben wolltet, es aber nicht möglich war, sie umzusetzen?
Ed Del Castillo: Es gibt nichts in den D&D-Regeln, was wir nicht umsetzen können. Es gab einige Dinge im D&D-Regelset, bei denen wir vor dem Betastart nicht die Zeit hatten, sie umsetzen. Aber, wenn die Unterstützung da ist, dann werden wir alles reinpacken. Denkt nur mal: Die komplette D&D-Erfahrung auf Facebook... alle eure Charaktere, Kampagnen, eure schönen Erinnerungen, mit euren Freunden zu spielen. Ist es nicht das, worum es in einem Social Network geht?
Gratis-MMORPG.com: Danke für das Gespräch.
Über Ed Del Castillo:
Ed Del Castillo ist Mitbegründer und Präsident von Liquid Entertainment. Er arbeitete unter anderem an der Command & Conquer-Reihe mit und besitzt durch die Entwicklung am Strategiespiel Dragonshard schon einige Erfahrung im Bereich Dungeons & Dragons. Eine Zeit lang war er auch an der Entwicklung von Origin's Ultima IX: Ascension beteiligt.

