Free to Play-Spiele sind minderwertig und sie sorgen dafür, dass die Kunden alles umsonst haben wollen. Das zumindest behauptet der Senior Vice President von Namco Bandai Europa und zieht über das Free to Play-Modell bei Spielen her.
Diese Aussage klingt hart aber ist da auch etwas dran? Wollen Spieler wirklich für so wenig Geld wie möglich den höchsten Spielspaß haben? Wie können diese schlimmen Finger nur...
Klar, jeder möchte sparen. Wenn man die Möglichkeit hat, eine Ware zum halben Preis zu bekommen, dann greift man natürlich zu und nimmt nicht dasselbe Produkt, das im Regal daneben zum Vollpreis steht. Olivier Comte, Senior Vice President von Namco Bandai Europa meint, dass die aktuellen Preise etwa für iPhone-Spiele oder kostenlose Social Games die Erwartungshaltung vieler Spiele verändert habe. Und auch der Wert der Spiele an sich sei gesunken. Hier müssten sich die Publisher in den nächsten Jahren darum kümmern, dass ihre Einnahmen nicht zusammenbrechen. Aber ist es so einfach? Sind Free to Play-Spiele wirklich so "böse" und verändern, wie Spieler den Markt wahrnehmen?
„Free to Play-Spiele können nicht qualitativ hochwertig sein“, sagt Olivier Comte. „Wir haben 2.000 bis 3.000 Entwickler und wir müssen einen gewissen Wert auf bestimmte Arbeiten legen. Wenn man ein großes Unternehmen ist, kann nicht zu schnell Risiken eingehen. Man kann keinen Wandel herbeiführen, nur weil gerade für ein paar Jahre eine Modeerscheinung auftritt. Man will auch noch in 20 oder 30 Jahren da sein."

"Das ist blaues Licht." - "Was macht es?" - "Es leuchtet blau."
Haben Free to Play-Spiele nicht vielmehr einen neuen Markt geöffnet mit einer neuen Zielgruppe? Würde man nach Comtes Behauptungen gehen, würde dies doch bedeuten, dass sich Retail-Computerspiele heutzutage kaum noch verkaufen ließen. Aber zeigen nicht aktuelle Games wie beispielsweise The Elder Scrolls V: Skyrim, Batman: Arkham City oder auch das Abo-Online-Rollenspiel Star Wars: The Old Republic genau das Gegenteil? Free to Play als eine Modeerscheinung zu bezeichnen könnte ebenfalls gefährlich werden. Ein System, bei man nach Bedarf bezahlen aber grundsätzlich kostenlos spielen kann könnte sich durchaus länger am Markt halten, als Comte vielleicht annimmt. Und diesen Markt dann zu ignorieren, wäre eventuell fatal.

Der Chamäleon-Phönix war am Himmel kaum zu erkennen.
Zudem beweisen aktuelle Spiele wie Allods Online oder Forsaken World, dass auch Free to Play-Spiele qualitativ hochwertig sein können. Anderes Beispiel: Sind die ehemaligen Abo-MMORPGs Der Herr der Ringe Online oder City of Heroes plötzlich minderwertige Spiele, nur weil sie auf das Free to Play-Modell umgestellt wurden? Qualität bedeutet heutzutage nicht mehr, dass man viel Geld für etwas ausgeben muss.
Seht ihr das Free to Play-Modell auch als eine Bedrohung für den Computerspiele-Markt an?

