Das Leben ist voller Entscheidungen, die Konsequenzen nach sich ziehen, mit denen man leben muss. Nicht so in Massively Multiplayer Online Role-Playing Games. Hier gibt es momentan noch keine Konsequenzen für Handlungen.
Doch was wäre, wenn es diese gäbe? Wäre dies nicht ein großer Schritt in der Evolution des Genres? Oder ist es unnötig und eher lästig, wenn man darauf achten müsste, was man tut und was nicht?
Tötet man in einem MMORPG einen Drachen, der eine Stadt bedroht und die örtliche Prinzessin entführt hat, sollte man eigentlich als Held gefeiert werden. Die Stadt ist sicher, die Frau befreit. Doch dem ist nicht so. Denn der Drache kehrt zurück, die Prinzessin erneut in seiner Gewalt. Alles, was man getan hat, war beinahe umsonst - abgesehen von den Verbesserungen, die man für seinen Charakter erhalten hat.

Die Akkupunktur hat bei Ihnen nichts gebracht? Tut mir leid, dann bleibt mir nur noch eine Wahl...
Für die meisten Spieler ist diese Situation alltäglich und nicht weiter schlimm. Schaut man sich aber etwa Single-Player-RPGs wie The Witcher oder Mass Effect an, dann sieht man, dass es auch anders geht. Man muss moralische Entscheidungen treffen: Töte ich die letzte Königin ihrer Art und lösche damit eine Spezies aus oder befreie ich sie, was vielleicht dazu führt, dass sich ihr Völk weiter verbreitet und zu einer Bedrohung werden könnte? Dies wirkt sich auch später auf weitere Entscheidungen und den Spielverlauf aus. Die Welt ändert sich.

Dem Raumschiff geht ganz schön die Düse!
In einem MMORPG könnte dies weitreichende Folgen haben. Zum einen wäre die Quest wohl nur ein Mal machbar, zum anderen: Wenn der Drache nicht besiegt wird und er die Stadt in Schutt und Asche legen würde, könnte man hier evtl. keine Quests mehr annehmen oder nicht mehr handeln... Etwas derartiges findet aber so langsam seinen Weg in das Genre. So wurde für das Science Fiction-MMO Eve eine Erweiterung angekündigt, welche Entscheidungen und Konsequenzen in das Spiel einführen soll. Helfe ich den Truppen am Boden oder überlasse ich sie ihrem Schicksal, was vielleicht dazu führt, dass jemand für den Tod der Soldaten Rache an mir nehmen will. Auch Wakfu geht einen ähnlichen Weg, indem ihr mitbestimmen könnt, wie sich die Welt politisch und ökonomisch verändert. Dies bringt eine Reihe neuer Spielelemente mit sich, was jedoch diejenigen, die sich auf das bisherige Prinzip der MMOs eingeschossen haben, verschrecken könnte. Unter Umständen lassen sich Missionen nicht mehr anhand der Daten planen, die man in vorherigen Anläufen gesammelt hat. Bekommt das das letzte Set-Item dann noch, wenn sich die Mission völlig geändert hat? Eventuell würden einige Spieler frustriert sein.

Heidi Klum begutachtet die neuen Top-Models.
Wie seht ihr das? Sollte es in MMORPGs Entscheidungen geben, die dazu führen, dass sich die Spielwelt und Missionen verändern?

