Kostenlos heißt nicht immer, dass man für etwas kein Geld bezahlen muss. Gerade Spieler von Free to Play-MMORPGs wissen, dass man sehr viel Geld in diese Spiele investieren kann.
Wir schauen uns heute mal ein wenig das Free to Play-Geschäftsmodell an. Warum kam es überhaupt auf, welche Vor- und Nachteile bietet es? Kann man diese Spiele wirklich kostenlos spielen?
Die Geldbörse sitzt heute nicht mehr so locker wir vor 10, 20 oder 30 Jahren. Einen großen Anteil an der Zallungsunwilligkeit vieler Menschen trägt die Wirtschaftskrise, welche im Jahr 2007 aufkam. Natürlich wollten viele Spieler ihrem Hobby nicht entsagen, aber Geld für Abonnements und neue Spiele war knapp geworden. Hier suchte nun die Industrie ein neues Modell, mit dem man die Bedürfnisse der Spieler befriedigen und trotzdem Geld verdienen konnte.

Unattraktiv: Übermäßige Rückenbehaarung.
Fündig wurde man in Asien, denn hier erschienen schon seit 1999 Spiele mit einem Modell, bei dem man das Spiel kostenlos herunterladen und auch gratis spielen konnte. Jedoch handelte es sich um noch nicht fertige Titel - die Spieler wurden also als eine Art Betatester eingesetzt. Bezahlt werden konnten bei Bedarf Minimalbeträge. Toll, dachten sich auch westliche Spieleentwickler und begannen damit, das System auch für ihre Spiele umzusetzen. Und es funktionierte! Immer mehr Spieler sprangen auf das Modell in seinen unterschiedlichen Formen an.

Jetzt halt still und schrei nicht rum! So schlimm ist Zahnsteinentfernung nun auch wieder nicht!
Dennoch gab es auch Anlaufschwierigkeiten. Viele Spieler waren der Meinung, dass ein Spiel, das kostenlos angeboten wird, gleich minderwertig sein muss. Doch immer mehr hochwertig produzierte Titel beweisen das Gegenteil. Derzeit gibt es zudem einen sehr starken Trend dahin, dass MMORPGs, die einst das Abomodell nutzten, jetzt auf das Free to Play-Modell umsteigen. Prominenteste Beispiele hierfür sind Der Herr der Ringe Online, Age of Conan und Dungeons & Dragons Online und es werden immer mehr. Denn die Entwickler haben bemerkt: Das Geld sitzt etwas lockerer, wenn man keine 15 Euro im Monat, sondern nur minimale Beträge in einem Itemshop verlangt. Doch genau diese Item-Shops stoßen auch vielen Spielern sauer auf. Einige sind der Meinung, dass man ohne groß etwas im Spiel tun zu müssen, schnell an gute Items kommt, was den Spielern gegenüber unfair ist, die kein oder nur wenig Geld im Shop ausgeben wollen. Hier die richtige Balance zu finden, ist nicht einfach.

Mist, ich hätte nicht das Duschgel mit Honigduft benutzen sollen!
Kann man denn nun kostenlos spielen? Grundsätzlich ja. Niemand zwingt einen, Geld im Spiel auszugeben. Lediglich besonders ehrgeizige Spieler oder Spieler, mit wenig Zeit, die trotzdem schnell vorankommen wollen sowie Spieler, die wirklich jeden Aspekt eines Spiels zocken wollen, können auf Wunsch ins Portemonnaie greifen. Bei manchen Spielen ist dies etwas ausgeprägter als bei anderen. Manchmal gleitet dies auch ins Unfaire ab und dennoch bleibt festzuhalten: Ja, grundsätzlich kann man kostenlos spielen.
Das Free to Play-Modell steckt noch in einer relativ frühen Phase und wird mit der Zeit sicher noch perfektioniert, geändert, erweitert... Doch es ist aus der Spielelandschaft nicht mehr wegzudenken. Denn einerseits ermöglicht es Spielern, neue Titel ausprobieren zu können, ohne ein Abo abschließen oder anfänglich Geld dafür bezahlen zu müssen. Spieler können flexibel bezahlen, wenn sie möchten - also ohne Zwang und Unternehmen sind in der Lage, trotz der Wirtschaftslage MMORPGs zu produzieren und damit Geld zu verdienen. Es wird sehr spannend sein, zu verfolgen, wie sich dies alles in Zukunft noch weiterentwickeln wird.

