Pickt man sich ein MMORPG heraus, egal welches, dann besteht die Hintergrundgeschichte zu 90% aus einem globalen Krieg. Klar, denn Kriege bringen Helden hervor und man hat gleich einen Grund, mehrere Fraktionen einzuführen.
Doch was, wenn ein Krieg nie endet? Wenn es keine Hoffnung gibt? Warum überhaupt in die Schlacht ziehen? Gibt es für so etwas in einem MMO denn keine bessere Lösung, als auf ewig gegeneinander zu kämpfen?
Irgendwann sollte jeder Krieg zu Ende gehen, sei es durch Sieg und Niederlage oder Waffenstillstände. Doch durch so etwas würde man einem MMORPG den "Motor" nehmen, das was viele Spieler motiviert, weiterzuspielen. Einen Grund, sich mit anderen zu messen, seine Fraktion über eine andere zu stellen. Aber geht nicht auch irgendwann die Motivation flöten, wenn man realisiert, dass es überhaupt keinen Sieger geben kann?
Aber genau das Genre der MMORPGs würde hier unendliche Möglichkeiten bieten. Ein Krieg endet, ein anderer beginnt. Neue Parteien formieren sich, Spieler können Seiten wechseln, als Spione oder Doppelagenten arbeiten. Doch diese Möglichkeiten werden nicht ausgenutzt. Einmal Allianz, immer Allianz! Diese Denkweise schränkt auch die Entwickler in der Art ein, eine spannende Geschichte mit interessanten Quests zu erzählen.

Mach Männchen! Braver Olifant. Und nun sitz!
Man stelle sich vor, Spieler könnten tatsächlich Agenten sein, insgeheim für eine andere Fraktion arbeiten. Die Missionen hierfür wären sicherlich interessant. Genauso interessant könnte eine Wiederaufbau-Phase nach einem Krieg sein, in welcher sich gewisse Personen aufschwingen wollen, aus der Asche neuen Schrecken zu verbreiten. Oder die Möglichkeit, eine komplett neue Fraktion zu errichten...
Doch so wie es momentan aussieht, kämpft das Imperium gegen die Republik, die Horde gegen die Allianz, Sauron gegen den Westen... Nicht nur wir, sondern auch Entwickler von MMORPGs sollten aufhören, alles nur Schwarz-Weiß zu sehen und mehr in Graustufen zu denken. Das könnte dem Genre wieder etwas mehr Zunder verleihen.

