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Special: Die "Killerspiele-Steuer"

killerspiele free MMORPGEs gibt Ideen, die muss man zweimal lesen, um dahinterzusteigen. So auch bei einem neuen Plan der österreichischen Elternvertretung, die den Vorschlag brachte, gewalthaltige Computerspiele zu besteuern.

Bedeuten würde dies, dass gewalthaltige Computerspiele, die von den Regierungen so liebevoll "Killerspiele" genannt werden, mehr kosten würden, wodurch die Kinder und Jugendlichen nicht mehr so einfach an die Spiele kommen. Das Geld durch Mehreinnahmen verkaufter Games soll dann für Bildungs- und Aufklärungszwecke genutzt werden.

Grundsätzlich ist die Idee gar nicht mal schlecht. Vor allem das Ziel, mit den Mehreinnahmen Projekte an Schulen zu finanzieren, mit denen Jugendliche über den Inhalt und die möglichen Auswirkungen sowie den Umgang mit den bösen, bösen "Killerspielen" aufgeklärt werden. Jedoch heißt es im Vorschlag der österreichischen Elternvertretung nicht "Aufklärungsprojekte" sondern "Präventions-Projekte". Prävention wovor? Dem Konsum von "Killerspielen"?

Fakt ist, dass seit Jahren eine politische Debatte darüber geführt wird, ob gewaltverherrlichende Computerspiele verboten gehören oder wie man die Jugend auf möglichst einfache, kostengünstige Art und Weise davon abhält, diese Spiele zu spielen. Denn wie jeder weiß, flippt man nach dem Genuss dieser Spiele aus und will andere Menschen umbringen, so zumindest kommt die Meinung vieler Politiker herüber. Aufgrund von Amokläufen Jugendlicher, in deren Besitz einschlägige Actionspiele wie beispielsweise Counter-Strike gefunden wurde, muss dieses Verhalten ja irgendwie mit diesen Spielen zusammenhängen. Dass es sich etwa bei Counter-Strike um eines der am meisten verbreiteten Spiele unter Jugendlichen überhaupt handelt und es daher eher verwunderlich wäre, das Spiel würde nicht auf den Festplatten gefunden, ist Nebensache, die schnell unter den Tisch fällt.

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Was ist ein "Killerspiel"? Ist nicht im Prinzip jedes Actiongame, in dem man gegen irgendwelche Feinde kämpfen und diese ausschalten muss, ein "Killerspiel"? Fallen dann auch MMORPGs darunter, weil man hier gegen andere Spieler kämpft? Wo will man die Grenze ziehen? Welche Spiele sollen weiterhin gespielt werden dürfen? Eine Bevormundung erwachsener Spieler möchten die Regierungen natürlich nicht anerkennen, denn der Schutz der Jugend steht im Vordergrund. Warum also ein Verbot und keine umfassenden Aufklärungen etwa im Rahmen des Schulunterrichts und allen gängigen Medien wie Fernsehen, Zeitschriften, Internet etc.? Der Kostenfaktor spielt hier mit Sicherheit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Aufklärung in großem Maße ist teuer; ein schnelles, gesetzliches Verbot eher nicht. Über die Arbeitsplätze, die im Fall eines Herstellungsverbots von Actionspielen hierzulande gestrichen werden müssten, schweigt die Regierung.

Das Thema, das vor allem kurz vor Wahlkämpfen immer wieder aufflammt, findet auch Zuhörer in der Gesellschaft. Nämlich diejenigen, die das Medium nicht verstehen und auch diejenigen, welche sich mit den Hobbys ihrer Kinder nicht auseinandersetzen wollen. Denn liegt es nicht eigentlich im Verantwortungsbereich der Eltern, zu schauen, was die Kinder in ihrer Freizeit treiben? Sollten Eltern nicht mit ihnen über etwaige Probleme reden sowie sich in die Hobbys der Sprösslinge hineinarbeiten, um sie verstehen zu können? Auch hier ist ein Verbot wieder einfacher, fallen doch alle die genannten Dinge weg und entlasten die Eltern. Dass hier ebenfalls eine Bevormundung durch die Regierung stattfindet, will niemand sehen.

Sind "Killerspiele" wirklich gefährlich? Wie jedes Medium, das regelmäßig konsumiert wird, haben mit Sicherheit auch Computerspiele eine gewisse Auswirkung auf die Konsumenten. Jedoch ist es vermessen und zudem gefährlich zu behaupten, dass "Killerspiele" der alleinige oder entscheidende Grund für einen Amoklauf sind. Hier spielen andere Faktoren eine viel wichtigere Rolle wie der psychische Zustand des Spielers, das Verhältnis zum Elternhaus, das Umfeld und noch vieles mehr. All diese Dinge zu ignorieren und die "Verantwortung" auf einen Faktor abzuwälzen, ist falsch. Denn finden anschließend trotzdem Amokläufe statt, worin sind diese dann begründet?

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Würde eine Steuer für gewalthaltige Computerspiele etwas bringen? Zum einen, diese Spiele zu besteuern wäre eine starke Benachteiligung für die Hersteller und würde vermutlich die Softwarepiraterie stärken. Zweitens müsste es sowieso in das Portfolio jeder Regierung gehören, einen gewissen Etat für Aufklärung über Computerspiele und alle neuen Medien bereitzuhalten, wenn man schon so sehr nach Jugenschutz schreit. Landet das Geld auch wirklich dort, wo es hingehört? Landet die Tabaksteuer bei Einrichtungen, die sich um Personen kümmert, die an den Wirkungen des Suchtmittels erkrankt sind? Der Vorschlag der österreichischen Regierung ist also ein zweischneidiges Schwert. Der Hintergedanke ist lobenswert, mehr Bildung und Aufklärung braucht jedes Land. Doch ob die Methode hierfür die richtige ist, sei dahingestellt.

 
 
 
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