Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und auch, wenn man noch so stolz auf sein Produkt und davon überzeugt ist, ein wenig Bescheidenheit steht jedem. Auch den Entwicklern bei Blizzard, welche offenbar der Meinung sind, dass ihr MMORPG World of Warcraft viel, viel besser als alle anderen MMOs ist.
In einem Interview zwischen Eurogamer.net und Mike Morhaime, Präsident von Blizzard, wird über das Free to Play-Modell gesprochen, warum viele Unternehmen derzeit auf diesen Zug aufspringen und warum Blizzard dies - vermutlich - nicht tun wird.
Mike Morhaime findet klare Worte: "Es ist ein schwieriger Markt für Konkurrenz. Es ist sehr teuer, diese Spiele zu entwickeln, vor allem, wenn man davon ausgeht, dass die Leute nur dafür eine monatliche Gebühr bezahlen, um zu spielen. Daher gibt es nur wenige Unternehmen, die auf diesem hohen Level mit diesen Budgets mithalten können. Ganz klar, wenn man von niemandem Geld verlangt, dann verzeihen einem die Spieler auch mehr, was die Spielerfahrung angeht. Sie haben ja nichts dafür bezahlt. Daher kann ich es verstehen, wenn sich viele Entwickler, die in den Markt drängen, für das Free to Play-Modell entscheiden. Für uns und sogar für EA mit dem Star Wars-Spiel, ist es so, dass der Gegenwert, den man für die 15 US-Dollar erhält, unübertroffen ist. Ich denke nicht, dass man diese Menge an Unterhaltung irgendwo sonst bekommt. Ich würde die 15 US-Dollar allem anderen vorziehen." Weiterhin erläutert er, dass die Spieler inzwischen zwar gute Free to Play-Spiele gesehen haben, aber das Modell einfach momentan nichts für Blizzard sei.

Das letzte Einhorn hatte gut lachen...
Ist es dann tatsächlich so, dass nur World of Warcraft einen so hohen Unterhaltungswert im MMORPG-Markt besitzt? Einem letzten Stand zufolge spielten noch knapp über 11 Millionen Spieler das MMO. Eine beachtliche Anzahl an Spielern, von denen andere Onlinegames nur träumen können und doch bemerkt man einen Rückgang, waren es doch schonmal deutlich mehr Spieler. Es könnte also sein, dass die Luft langsam raus ist. Ob hier das neue Addon "Mists of Pandaria" etwas reißen kann? Blizzard peilt mit der Erweiterung gezielt den asiatischen Markt an, doch gerade hier erhält World of Warcraft ungewohnt starke Konkurrenz. Rechnet man nur die Accounts, die - zugegeben - nicht 100% aussagekräftig sind, dann stehen den 11 Millionen Usern von World of Warcraft allein im MMO MapleStory über 50 Millionen Accounts entgegen.

Wenn Schwiegermutter mit ins Haus einzieht...
World of Warcraft hat das Genre massentauglich gemacht, daran besteht kein Zweifel. Viele, die das Genre zuvor nicht einmal mit der Kneifzange angefasst haben, kamen nicht mehr los von den Fantasyabenteuern. Doch die Behauptung aufzustellen, ein Spiel, das mittlerweile rund 7 Jahre auf dem Buckel hat, wäre das Nonplusultra des Genres, ist gewagt. Was absolut nicht bedeutet, dass World of Warcraft kein gute Spiel mehr ist. Ganz im Gegeneil. Aber mit derartigen Aussagen wie von Mike Morhaime macht man sich keine Freunde und rückt das Spiel und das Unternehmen eher in ein schlechtes Licht.
Wie ist eure Meinung dazu? Bietet kein anderes MMORPG einen so großen Unterhaltungswert wie World of Warcraft?

